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Die Schokoseiten des Lebens 

Aufgewachsen in einer Zeit als Pralinen gerne noch als "Bonboniere" verschenkt wurden und sich aufgrund meist eher fragwürdigen Geschmacks hauptsächlich als Mitbringsel für entfernte und nicht besonders beliebte Verwandte jenseits der 70 eigneten, sind wir nach wie vor erstaunt, was sich seit einigen Jahren am Schoko- und Pralinensektor abspielt.

Ein weiteres Aha-Erlebnis bescherte in diesem Zusammenhang das FiBL Tasting_forum „Black Pearls again – Ein ‚Hand's on‘-Workshop für Naschkatzen und Schokotiger“, bei dem ein Einblick in die weite Welt jenseits der lila Milchschokolade gewährt wurde. In den gemütlichen Räumlichkeiten des Instituts für Ökologischen Landbau an der Universität für Bodenkultur wurde einer Schar von über 40 äußerst motivierten VerkosterInnen feinstes Bio-Konfekt serviert.

Den Auftakt machte die Criollo-Kakaobohne, die aufgrund ihres angenehm herben Geschmacks nicht nur PuristInnen ins Schwärmen gerieten ließ. Neben 70 und 80 %igen Schokoladen und einer dänischen Haselnusscreme mit höchstem Suchtfaktor bildeten die Pralinen ein weiteres Highlight des Abends. Auch wenn diese die Phantasie der VerkosterInnen manchmal ein wenig durchgehen und recht eigenwillige Zutaten erschmecken ließen, waren die Assoziationen doch meist sehr treffend.
Ein kaum hörbares Aufatmen ging durch die Menge, als klar wurde, dass der Name, der soeben zart im Mund schmelzenden Praline nichts mit ihrer giftigen Namensgeberin „Herbstzeitlose“ gemein hatte. Einige der Schoko-TesterInnen wären wohl dennoch bereit gewesen für dieses Geschmackserlebnis ein gewisses Risiko einzugehen. Auch das aus England stammende Konfekt Booja Booja brachte das Publikum zum Seufzen und bewies, dass eine vegane Ernährungsweise nicht unbedingt genussfeindlich sein muss.

Zack – die Bohne
Zum Einstieg ein Erlebnis, das einerseits den Schokoladegenuss zwar auf seinen Ursprung reduziert, ihn andererseits aber in ungeahnte Gefilde katapultiert. Geröstete Bio-Kakaobohnen: crunchy, fettfrei, schokoladig, gut. Eine saubere und vor allem gesunde Abendknabberei.

Summerbird Rembrandt‘s Chocolate Spread
Auf einen Löffel, aufs Brot, aufs Vanillesorbet oder direkt aus der Tube in den Mund. Es ist ziemlich einerlei, wie die Tubencreme genossen wird. Sie ist in jedem Fall kulinarische Verführung auf höchstem Niveau. Mild, cremig, leicht nussige Töne und vor allem kristallklares Nougat.

Josef Zotter, Labooko 70 & Labooko 70
Zwei Mal 70 %, zwei Mal der gleiche Rohstoff, trotzdem zwei grundverschiedene Schokoladen. Wie das? Das Zauberwort heißt Conchierzeit. Bei der Schoko der einen Tafel wurde 16 Stunden conchiert, bei der anderen 4 Stunden länger. Der Unterschied ist überdeutlich. Die längere Dauer wird durch dunklere Farbe und feinere Aromen sichtbar. Ein bemerkenswertes Experiment.

Biofekt Zotters Pralinen - Wir schauen aufs Ganze
Fast kein Monat vergeht, in dem nicht von einer Innovation aus der Riegersburg berichtet wird. Diesmal hat sich Sepp Zotter aber etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Eine Unzahl delikater Pralinen, die gerecht auf die VerkosterInnengruppen zu verteilen waren. Hier zwei Highlights: die Schilcherkugel mit kräftigem Druck und enorm intensiven Himbeernoten, dazu (regional) passend gleich die Kürbiskernkugel. In Summe legt Sepp Zotter ein gewohnt kreatives und außergewöhnlich breit gefächertes Konfekt-Angebot vor.

Booja Booja - Rum Sozzled Sultane-Trüffel
Die Sinnlichkeit der Extreme: zart(est) schmelzende Schokolade mit einem perfiden Nougat-Anteil bildet die Grundlage für das, worum es eigentlich geht: karibisches Lebensgefühl, das auf Rum, den süßen Geschmack von Agaven und Sultaninen aufbaut. Ein Garant für kulinarische Glücksmomente und stille, lukullische Einkehr.

BioRetto
Unsere südlichen NachbarInnen haben den Coretto erfunden. Kurzen, starken Espresso mit einem Glas hochwertigen Grappa. Dafür gebührt ihnen Respekt. Wir haben die Idee auseinandergenommen und neu zusammengesetzt. Eine kleine Hand voll Bio-Espresso-Bohnen, ein Bissen höherprozentiger Schokolade (in unserem Fall 70 %ige Cru-Schokolade aus Criollo-Kakao), gemeinsam gekaut und mit einem beherzten Schluck Apfeltresterbrand runtergespült. Was hier bleibt ist ein sagenhafter Kick, sowohl für den Gaumen, wie für den Körper überhaupt.

Der Kick für Gaumen und Körper – ein schönes Bild für einen gelungenen Verkostungsabend, dem wohl nichts mehr hinzuzufügen ist.

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